Weine von Champagne Billecart-Salmon kaufen
Billecart-Salmon gehört zu den großen Familienhäusern der Champagne – und zu den wenigen, die nach mehr als 200 Jahren noch immer von der Gründerfamilie geführt werden. Die Geschichte beginnt 1818 mit der Hochzeit von Nicolas François Billecart und Elisabeth Salmon in Mareuil-sur-Aÿ. Gemeinsam mit Elisabeths Bruder Louis Salmon gründeten sie das Champagnerhaus: Nicolas François kümmerte sich um den kaufmännischen Teil, Louis um die Weinbereitung. Heute führt Mathieu Roland-Billecart das Haus in siebter Generation.
Dass Billecart-Salmon trotz seiner langen Geschichte ausgesprochen modern wirkt, liegt an einer bemerkenswerten Bereitschaft zur Veränderung. Einen entscheidenden Schritt machte Jean Roland-Billecart 1958. Inspiriert von Verfahren aus Brauereien führte er eine längere Gärung bei niedrigen Temperaturen sowie eine Vorklärung bei Kälte ein. Ziel war nicht, die maximale Kraft herauszuholen, sondern viel mehr Frische, Finesse und aromatische Präzision – Eigenschaften, die bis heute den Stil des Hauses bestimmen.
Billecart-Salmon bewirtschaftet heute rund 100 Hektar und bezieht Trauben aus insgesamt etwa 300 Hektar in 40 Crus. Der Großteil stammt aus einem Radius von lediglich rund 20 Kilometern um Épernay, insbesondere aus der Montagne de Reims, der Vallée de la Marne und der Côte des Blancs. Pinot Noir, Chardonnay und Meunier werden dabei nicht nach einem festen Schema eingesetzt, sondern entsprechend ihrer Herkunft und der jeweiligen Cuvée.
Auch im Keller geht es längst nicht nur um Edelstahl. Seit 2010 hat das Haus den Einsatz von Holz wieder deutlich ausgebaut. Heute stehen mehr als 400 kleinere Fässer sowie 24 große Foudres zur Verfügung. Holz dient dabei nicht dazu, einen vordergründigen Barrique-Stil zu erzeugen, sondern bringt Struktur und zusätzliche aromatische Dimensionen in bestimmte Grundweine und Cuvées. Kellermeister Florent Nys, der seit 2005 im Haus arbeitet, verantwortet heute die Weinbereitung.
Eine besondere Rolle nimmt seit Jahrzehnten der Rosé ein. Jean Roland-Billecart widmete sich ihm bereits Anfang der 1970er-Jahre zu einer Zeit, als Rosé-Champagner keineswegs das heutige Prestige besaß. Statt auf Farbe und Kraft setzte er auf einen ungewöhnlich hellen, feinen Stil mit Frische und subtiler roter Frucht. Der "Brut Rosé" entwickelte sich daraus zu einer der bekanntesten Cuvées des Hauses und prägt das Bild von Billecart-Salmon bis heute.
Auch an der Spitze des Sortiments verbindet das Haus Tradition mit einer sehr klaren Vorstellung von Stil. Die "Cuvée Nicolas François" wurde erstmals 1964 als Hommage an den Gründer erzeugt und verbindet Pinot Noir aus der Montagne de Reims und der Grande Vallée de la Marne mit Chardonnay von der Côte des Blancs. "Elisabeth Salmon" wiederum steht für die große Rosé-Tradition des Hauses, während "Louis Salmon" dem Chardonnay gewidmet ist.
Noch individueller ist "Clos Saint-Hilaire". Direkt am Stammsitz in Mareuil-sur-Aÿ liegt diese nur einen Hektar große, eingefriedete Pinot-Noir-Parzelle. Die Reben wurden 1964 gepflanzt, der erste Clos Saint-Hilaire entstand 1995. Der Blanc de Noirs wird vollständig im Holz vinifiziert, jede Flasche nummeriert und lediglich in besonders geeigneten Jahren erzeugt. Je nach Jahrgang entstehen nur etwa 3.500 bis 7.500 Flaschen. Pferde und Schafe werden heute wieder zur Bewirtschaftung der Parzelle eingesetzt.
Bemerkenswert ist dabei die Konsequenz, mit der Billecart-Salmon Zeit als Teil der Weinbereitung versteht. Die Champagner verbleiben deutlich länger und mindestens doppelt so lange auf der Hefe als gesetzlich vorgeschrieben. Mathieu Roland-Billecart beschreibt Zeit, die die Flaschen in den zwei Kilometer langen unterirdischen Gängen verbringen ausdrücklich als Grundlage des Qualitätsstrebens des Hauses: Nicht Geschwindigkeit, sondern Geduld soll Finesse, Tiefe und Komplexität ermöglichen.
© Fotos: Champagne Billecart-Salmon